Synopsis

Im Frühjahr 2014 entschloss sich die Stadtbibliothek ihre langjährige Gratisbücherkiste aufzuheben.
Dadurch dass es immer weniger Orte gab, wo Bücher gratis weitergeben konnten, wurde die Stadtbibliothek zum Entsorgungsort und der Aufwand die Bücherkiste zu betreiben, zur Belastung. Trotz allem Verständnis ein herber Verlust für alle, die die Kiste regelmässig nutzten und sich freuten über diesen oder jenen Glücksgriff. Es gab Menschen, die extra wegen dieser Bücherkiste die Stadtbibliothek aufsuchten.
Hardy Bucher war einer derjenigen, der den Verlust besonders bedauerte. Als iniatitive Persönlichkeit sammelte er während einem Bibliotheksfest spontan Unterschriften zum Erhalt der Bücherkiste. Andere engagierte Menschen schrieben der Bibliothek einen Brief und baten um Weiterführung. Aus diesen Kreisen entstant die Interessensgruppe, wie wir sie heute kennen:
Hardy Bucher, Heidi Bachmann, Claudia Scherrer und Adrienne Erni.

Die Idee eines Offenen Bücherschrankes, wie es ihn in Solothurn schon gab, war bald geboren. Die vier Engagierten lernten sich kennen und schätzen. Man traf sich in regelmässigen Abständen, um das Projekt weiter auszuarbeiten und schlussendlich zu realisieren. Dabei durften die Thuner von Anfang an auf die Unterstützung der Bücherschrank-Verantwortlichen aus Solothurn zählen. Adrienne Erni kreirte  Logo und Webseite, um  das Projekt besser publik machen zu können, dass nun mit viel Herzblut voran getrieben wurde. Private Ressourcen konnten genutzt werden. Bekannte waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um mit ihren Fachkenntnissen auszuhelfen oder liessen ihre Kontakte spielen. Sie trugen wesentlich zu einem guten Gelingen bei.
Die Sponsorensuche, die sich zuerst als sehr schwierig erwies, wurde durch einen sehr wichtigen Kontakt massgeblich angeschoben und im Frühling 2015 ins Rollen gebracht.

Aktuell schreibt die IG "Offener Bücherschrank Thun" schwarze Zahlen und hat etwas Reserve für die anfallenden Kosten für die nächsten Jahre. Die Finanzierung wurde vollumfänglich aus Spenden abgedeckt. Neben Geldbeträgen durften auch grosszügige Spenden in Form von Leistungen entgegen genommen werden.

Der Thuner Bücherschrank steht seit August 2015 im neu benannten "Monbijou-Pärkli" ( laut Thuner Chronik der frühere Name des Hauses an der Hofstettenstrasse 12 ). Am 13.8.2015 wurde der Schrank am Standort mit einem öffentlichen Apero, einer Buchlesung und mit vielen Gästen gebührend eingeweiht.

In der Zwischenzeit konnten auch die wichtigen Bücherschrank-Patinnen gefunden werden und der regelmässige Turnus für die Kontrollgänge wurde organisiert.

Am Schrank kann heute ein reger Austausch von Büchern beobachtet werden. Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten dass Thun um einen Begegnungsort, verbunden mit einem kulturellen Angebot, reicher geworden ist.